Worldsoft CMS inspiriert mich: noarchive für einzelne Blogposts

Wer kennt das nicht – man lässt sich zur Bewertung eines Produkts oder einer Dienstleistung hinreissen, die nicht im vollen Umfang mit der Sicht des Anbieters auf sein Produkt im Einklang steht. Früher oder später wendet sich der jeweilige Anbieter dann – in der Regel anwaltlich vertreten – möglicherweise mit kleineren oder größeren Wünschen an einen.

Zu den kleineren Wünschen gehört dabei in der Regel die Entfernung der beanstandeten Passagen sowie die Abgabe einer entsprechenden, strafbewährten Unterlassungserklärung. Kleinen Wünschen kommen die meisten gerne nach – man will ja auch nicht streiten.

Komplizierter wird es oftmals bei der Erfüllung der größeren Wünsche, beispielsweise der Forderung, die beanstandeten Passagen auch aus “Archiven”, zum Beispiel archive.org oder Google Cache, zu entfernen. Weil größere Wünsche manchmal schneller erüllt werden, wenn sie wie kleine Wünsche daherkommen und es zu den Kernkompetenzen der anwaltlichen Vetretung gehört, große als kleine Wünsche erscheinen zu lassen, besteht man selbstverständlich darauf, dass der große Wunsch nur dann erfüllt werden braucht, wenn es nicht zu viele Umstände macht – sprich im Rahmen des Zumutbaren liegt.

Ok, mal schaun, was sich machen liesse: Je nach dem welches Web-Content Management System man einsetzt, ist es garnicht so einfach, einen noarchive Metatag für einzelne Seiten zu setzen. Wordpress – sofern man es als CMS betrachten möchte – kann es von Haus aus nicht, mein persönliches Lieblings-CMS Sefrengo, sowie dessen “Verwandter” DeDi können es ebenfalls nicht von Haus aus. In dieser Hinsicht nahtlos einreihen tut sich das Worldsoft CMS, das zwar eine herrliche Dokumentation zu den Möglichkeiten der Einstellungen im Bereich Metatags (Stand: 25.09.2007) bietet, dort aber kein Wort über den noarchive-Tag verliert. Auch bei meinem Kurztest der Demoversion (ebenfalls 25.09.2007) offenbarte sich mir eine solche Option nicht.

Naja, da wird sich wohl was machen lassen! Schliesslich verfügt man ja über eine gewisse handwerkliche Begabung. Bei Sefrengo und DeDi ist die Sache schnell gelöst. Ein Modul mit der Ausgabe für die jeweiligen Seiten-ID im head-Bereich einfügen (ja, das geht auch eleganter) und der noarchive Tag steht wo er stehen soll.

if( $idcatside == "XX") {
echo '<meta name="robots" content="noarchive" />';
}

Da Wordpress-Nutzer in der Regel Plugin verwöhnt sind, bietet es sich an, hier direkt ein solches einzubauen – dazu später mehr.

Fehlt nurnoch die entsprechende Lösung für das Worldsoft CMS – so schwer kanns ja nicht sein. Am besten, man begibt sich auf die Seite des Anbieters und bemüht mal die Suchfunktion – da wird sich schon was finden lassen. Wer das jetzt (25.09.2007) ausprobiert hat, wird feststellen, dass es ganz so einfach doch nicht wird, denn die Suchfunktion funktioniert nicht (was ein verbreitetes Problem zu sein scheint). Auch nach dem 10. Klick des den “GO!”-Buttons oben rechts auf der Startseite tut sich nichts – was offensichtlich daran liegt, dass das zugehörige Formular mit Hilfe von Javascript abgesendet wird (besser gesagt werden sollte) und man schlicht vergessen haben dürfte, dem Form-Tag ein “name” bzw “id” Attribut zu geben (wenn hier jemand von Worldsoft mitliest: Das solltet ihr ändern – am besten Javascript ganz raus aus dem Suchformular, hier steht wie’s richtig funktioniert).

Ein Blick in den Quelltext des Such-Formulars offenbart dann aber den Link zur funktionierenden Suchseite, die jedoch heute zu “robots” sowie “noarchive” leider keine Ergebnisse liefert. Ob es möglich ist, dem Worldsoft CMS beizubringen, den gewünschten noarchive-Tag auszuliefern konnte ich trotz ausführlicher Online-Recherche leider nicht herausfinden.

Beim Anschauen einiger Referenzen zeigt sich jedoch, dass es offenbar eine Möglichkeit zu geben scheint “Site specific rules” in der robots.txt unterzubringen, was ja auch eine Lösung (für alle Webseiten, nicht nur die auf einem Worldsoft CMS basierenden) wäre. Wie das im Einzelnen im Rahmen der hosted CMS Lösung von Worldsoft gehen soll und in welchem Paket eine solche Möglichkeit verfügbar ist, blieb mir allerdings verschlossen.

Nachdem mich nun doch der Ehrgeiz gepackt hatte, habe ich heute mal versucht, telefonisch eine Auskunft bezüglich meines Problems zu erhalten. Der sehr freundliche und kompetente Herr Götz teilte mir – nach einem Hinweis darauf, dass ich eigentlich die kostenpflichtige 0900er Support-Nummer hätte anrufen müssen – mit, dass es zur Zeit in keinem der hosted Worldsoft CMS Pakete die Möglichkeit gäbe, einen noarchive-Metatag zu setzen. Ebenso sei aus Sicherheitsgründen kein Zugriff auf die robots.txt möglich. Der von mir in der robots.txt erspähte (vermeintliche) Lösungsansatz sei wohl Bestandteil des sog. “Genesis-Systems”, das seit Anfang des Monats nicht mehr angeboten würde.

Wordpress-Plugin: noarchive für einzelne Posts

Für alle die bis hierhin durchgehalten oder den Worldsoft-spezifischen Teil übersprungen haben gibts hier den Download des Plugins.

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5 Kommentare bisher »

  1. Kleiner Livetest zu Worldsoft | ECM Blog sagt

    am 27. September 2007 @ 09:13

    [...] inspiriert durch die großen und kleinen Wünsche, die Worldsoft an das ECM-Blog richtete, einmal ausführlich mit Worldsoft. [...]

  2. Chris sagt

    am 27. September 2007 @ 15:32

    Kurze Frage, wo besteht das Problem wenn man ein Produkt “vernünftig” kritisiert? Wenn sich der Anwalt meldet, geht es dann nur darum die Inhalte zu entfernen, oder muss man direkt zahlen? Abmahnungswürdig ist sowas doch nicht, oder?

  3. Philipp R. sagt

    am 27. September 2007 @ 18:36

    @Chris: So pauschal kann man die Frage nicht beantworten, das mit einer Abmahnunng nicht immer eine Kostennote verbunden ist und es durchaus Fälle gibt, in denen es sinnvoll ist, eine Unterlassungserklärung abzugeben, aber die Kostennote des Rechtsanwalts nicht zu begleichen.
    Eine Abmahnung zielt in der Regel darauf ab, dass ein Verhalten unterlassen wird.
    Kosten entstehen erst dann, wenn ein RA im Spiel ist und dieser versucht Kosten geltend zu machen. Das der Anwalt Kosten geltend machen will, heisst hingegen lange noch nicht, das die Abmahnung materiellrechtlich rechtmäßig ist oder er tatsächlich einen Anspruch auf die geltend gemachten Kosten hat.
    Wenn man nun aber keine Unterlassungserklärung abgibt läuft man oftmals Gefahr eine einstweilige Verfügung zu “kassieren”, was in einer gerichtlichen Anordnung und einem teuren Hauptsacheverfahren mündet.

    Ebenfalls nicht so einfach zu beantworten ist die Frage, ob eine Produktkritik grundsätzlich zulässig ist und falls ja, in welchem Rahmen.
    In der Regel gelten hier die presserechtlichen Normen und damit auch der Schutz der Meinungs- bzw. Pressefreiheit, die wiederum auch ihre Grenzen hat. Produktkritiken können in bestimmten Fällen aber auch den Regeln des Wettbewerbsrechts unterliegen, die enger gefasst sind.

  4. Michael sagt

    am 28. September 2007 @ 22:49

    Ein sehr komplexes Thema!

    Wenn trotzdem etwas im Googleindex gelandet ist kann man es auch in Google-Webmasters löschen. Nach meinen erfahrungen dauert das aber ein paar Tage.

  5. Abmahnung deluxe: Die fieseste Geschäftsidee aller Zeiten - WhiteSide SEO sagt

    am 30. August 2008 @ 14:07

    [...] zu lösen, hat leider bei manchen Menschen Begehrlichkeiten geweckt. Und es gibt einige Gründe, die nicht nur schwer wiegen, um abgemahnt zu [...]

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