Die Länge von Texten als Qualitätsindikator

Auf die Tatsache, dass (qualitativ hochwertiger) Content zu den wichtigsten Dingen im Zusammenhang mit Suchmaschinenoptimierung gehört, wurde von vielen Seiten in der Vergangenheit – selbstverständlich zurecht – hingewiesen.

So auch in der zweiten, stark erweiterten Auflage des Buches „Website Boosting 2.0“ von Prof. Dr. Mario Fischer, das übrigens wärmstens zu empfehlen ist.

An einer Stelle des Buches geht der Autor zudem auf eine, wie ich finde recht spannende Frage, ein – nämlich die Frage nach Methoden, mit denen Google gute und schlechte Webseiten voneinander unterscheidet.

Nach dem Verständnis von Google dürften gute Webseiten solche sein, die dem Benutzer einen Mehrwert bieten. Seiten, die ausschließlich auf den Verkauf von Produkten über Affiliate-Links oder die Monetarisierung via Google Adsense abzielen, oder lediglich ein paar Seiten Text zum Tauschen oder Verkaufen von Links enthalten, fallen also nicht unbedingt in diese Kategorie.

Bei der Suche nach Methoden, wie eben solche Seiten automatisiert schon anhand ihres Aufbaus erkannt werden können, bringt Mario Fischer die Länge der einzelnen Artikel als Kriterium ins Spiel. In der Praxis kaufen viele Seitenbetreiber Nutzungsrechte an Artikeln, die unter Vorgabe von Thema und Umfang des Textes exklusiv erstellt werden. Um ein Mindestmaß an für Suchmaschinen lesbarem Content zu bieten, bestellt der Seitenbetreiber beispielsweise 20 Texte zu je 300 Wörtern zum Thema private Krankenversicherung. Das Problematische an der Sache ist, dass hieraus eine unnatürliche Textverteilung innerhalb des Projektes entsteht, nämlich in der Regel eine Startseite und 20 mehr oder weniger aussagekräftige Unterseiten mit jeweils rund 300 Wörtern.

Wer sich als Betreiber solcher Seiten tagelang Gedanken über möglichst natürlich anmutenden Linkaufbau gemacht hat, könnte sich jetzt – mit Recht – die Frage stellen, warum man ähnliche Überlegungen nicht auch hinsichtlich der Verteilung der Inhalte angestellt hat. Einer Maschine (= Google) beizubringen, dass es nicht normal sein kann, dass jede Facette eines Themas in ziemlich genau 300 Wörtern (bzw. einer domainweit immer ähnlichen Textlänge) abgehandelt wird und werden kann dürfte nicht besonders schwer sein.

Wer also in Zukunft bei der Content-Bestellung seinen Autoren etwas mehr Freiräume hinsichtlich der Textlänge zugesteht, dürfte ein paar Punkte auf der Beliebtheitsskala gutmachen können oder jedenfalls verhindern, später eben solche zu verlieren…

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