Besucher lenken durch Tagcloud-Manipulation
Jeder kennt Tagclouds, die mehr oder weniger kleinen Stichwortsammlungen, die versuchen sollen die wichtigsten, häufigsten, nützlichsten oder auf andere Art relevantesten Begriffe nach deren Wertigkeit von winzig klein bis riesengroß zu sortieren.
Tagging und Tagclouds aus SEO Sicht sind – nicht zuletzt wegen der Problematik des (internen) doppelten Contents – seit langem heiss diskutiert und nicht immer unumstritten. Für den Besucher hingegen scheinen Sie eine durchaus interessante Alternative zur klassischen Navigation zu sein. Je nach dem, in welchem Zusammenhang Tagclouds eingesetzt werden, vermitteln sie dem Benutzer den Eindruck, dass die gross geschriebenen Begriffe besonders wichtig und gefragt sind. Vermutlich kann man auch – gerade bei Seiten, deren Konzept zu großen Teilen aus Userinteraktion besteht – davon ausgehen, dass der durchschnittliche Besucher oftmals meint, je größer der Tag sei, desto gefragter ist das dahinter stehende Thema. Dazu kommt natürlich noch, dass ein Begriff optisch eher aufgenommen wird, wenn er aus der Masse der Tags hervorsticht.
Wie man sich diese Assoziationen zu Nutzen machen kann, um Benutzer und damit Umsätze gezielter zu steuern zeigt zur Zeit sehr schön die Website o2online.de. Ohne es geprüft zu haben bin ich mir ziemlich sicher, dass sich die Taggrößen seit der Erstellung der Tagcloud nicht ernsthaft verändert haben dürften. Das liegt nicht etwa an dem konstant themengleichen Besucherstrom, sonder vielmehr daran, dass es sich um eine statische Tagcloud handeln dürfte, die eher das Interesse des Websitebetreibers als die Wichtigkeit irgenwelcher Inhalte wiederspiegelt.
- Vertragsverlängerung (groß und fett) suggeriert dem Besucher “bei O2 ist es toll, hier wollen viele bleiben”
- E-Mail und DSL (auch groß und fett) sorgen dafür, das dass Besucherinteresse auf fürden Betreiber interessante Themen gelenkt wird
- Hotline (klein) sorgt für entspannte Callcenter-Mitarbeiter
Hinter jedem der Tags steckt eine halbwegs optimierte Landingpage, deren Inhalte deutlich von den Treffern abweicht, die die klassische interne Suchfunktion liefert.
Mit etwas Phantasie kann man so gezielt bestimmte Themengebiete einer Website beleben oder Besucher direkt dahin schicken, wo die größten Umsätze zu erwarten sind. Psychologisch könnte hierzu eine übersichtliche Tagcloud wesentlich besser zu gebrauchen sein, als eine klassische Navigationsstruktur – eben weil der Besucher diese unterbewußt mit interessenbasierter Gewichtung verbindet.


























Nicolas sagt
am 21. November 2007 @ 13:18
Hallo,
ich war bisher der Meinung, dass die Tag-Clouds eigentlich nur eine (oftmals nervende) Spielerei ist und lediglich der Unterbringung von Key-Words dient.
Dank diesem Beitrag habe ich verstanden, dass der gezielte (!!!) Einsatz von Tag-Clouds unter Umständen durchaus Sinn machen kann.
Grüße und vielen Dank, Nicolas